Esg Case Study Winsen Property

Situation bei der Übernahme

Die wichtigsten Fakten zur Immobilie:

  • Die Immobilie in Winsen liegt in der Metropolregion Hamburg, besteht aus 4 Blöcken und wurde 1973 erbaut
  • 190 Wohneinheiten, vermietbare Fläche 12.053 qm
  • Erwerb im Jahr 2017 als Teil eines Portfolios aus einer Insolvenzsituation
 heraus (Portfolio war bei Erwerb 2006 überverschuldet)

Übernahme eines schlechten technischen Zustands:

  • Gebäude war durch undichte Fassaden und alte Fenster stark belastet, was zu Schimmel in den Wohnungen führte
  • Ölheizung mit hohem Verbrauch, Schäden in den Innenbädern durch fehlende Lüftung

Übernahme einer problematischen Mieterstruktur:

  • Hohe Mietrückstände aufgrund schlechter Verwaltung und fehlender Mittel zur Schadensbehebung
  • Übernahme zahlreicher Mietminderungen und bereits lang andauernder Rechtsstreitigkeiten
  • Wohnungen wurden von Insolvenzverwaltern in sehr schlechtem 
 Zustand an problematische Mieter vermietet
  • Infolgedessen schlechtes Erscheinungsbild der Gemeinschaftsflächen mit viel Müll und Vandalismus sowie häufige Polizeieinsätze

Entwicklung nach dem Kauf in Zusammenarbeit mit der Stadt Winsen

  • Nach Identifizierung der strukturellen Probleme wurde eine umfassende ESG-Strategie und ein Sanierungsplan erstellt
  • Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit der Stadt Winsen, mit dem die Durchführung umfangreicher technischer Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 4 Mio. Euro, die Einrichtung eines Quartiersmanagements und die Erstellung eines Handlungs- und Sozialplans vereinbart wurden

Große Investitionsmaßnahmen (2017–2019):

  • Sanierung der Betonfassade mit anschließender Wärmedämmung sowie Modernisierung der Fenster (Austausch),
  • Heizungsmodernisierung durch Umstellung von Öl auf Gas
  • Dies führt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um ca. 30%.
    Während der durchschnittliche Verbrauch vor der Sanierung noch bei 250 KWh/qm*a lag, konnte er auf 173 KWh/qm*a im Jahr 2020 gesenkt werden
  • Einbau einer automatischen Lüftung in den Bädern

Maßnahmen zur Verbesserung der Mieterstruktur:

  • Einrichtung eines Gemeinschaftsbüros für Nachbarschaftsmanagement, Hausmeisterservice, Vermietungen, Hausverwaltung
  • Mietersprechstunden durch die Hausverwaltung, Einrichtung eines 
     Forderungsmanagementsystems

Durch Forte erzielte Erfolge

  • Zum Zeitpunkt des Erwerbs lag die Leerstandsquote bei über 7 %; inzwischen ist das Winsener Portfolio voll vermietet

  • 2017 lag die durchschnittliche monatliche Bestandsmiete bei 6,2 Euro/m2 
 und Neuabschlüsse wurden für durchschnittlich 7,6 Euro/m2 getätigt

  • Inzwischen liegt die Durchschnittsmiete bei 8,4 €/m2 und neue Mietverträge werden im Schnitt für 10,4 €/m2 abgeschlossen, was der Marktmiete in Winsen entspricht und als bezahlbare Miete angesehen werden kann

  • Die jährliche Vertragsmiete wurde seit dem Erwerb von rund 50 % gesteigert.

  • Eine durchschnittliche Familie, die hier zur Miete wohnt, verfügt üblicherweise über ein Einkommen von 3 bis 4 T EUR. Daher beträgt die Mietbelastung meist nicht mehr als 1/3 des Einkommens. Typische 
 Arbeitgeber der Mieter sind große Logistikunternehmen und lokale
 Baufirmen.

  • Gelegentlich werden auch Flüchtlingsfamilien aufgenommen, die in 
 Winsen gut bezahlte Arbeit und sanierten Wohnraum finden und sich schnell integrieren.

  • Es gibt auch Zuzug aus dem Hamburger Stadtgebiet (20 Minuten Zugfahrt 
 zum Hamburger Hauptbahnhof)

Weitere Entwicklungen

  • 2019 wurde ein weiterer städtebaulicher Vertrag mit der Stadt Winsen geschlossen, der die Neugestaltung der Außenanlagen vorsieht

  • Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 550 TEUR, wobei sich die Stadt Winsen mit 50 % an den Kosten beteiligte.

  • Zufahrtswege und Eingangsbereiche wurden neu gestaltet und neue Abfallentsorgungsflächen und Spielplätze angelegt. Die Maßnahme wurde im Sommer 2022 abgeschlossen.

  • Darüber hinaus hat der Eigentümer im Jahr 2022 alle Eingangstüren getauscht und Parkflächen erneuert.

  • Mit der Stadt Winsen wurde ein Sozial- und Aktionsplan vereinbart. Dieser Plan sieht ein soziales Engagement des Eigentümers und die Förderung von seniorengerechtem Wohnraum vor

  • Der Sozialplan sah auch eine sehr sozialverträgliche Modernisierungs-
 mieterhöhung nach Abschluss der Wohnungsmodernisierung vor, 
 so dass bei Empfängern von Transferleistungen das Jobcenter weiterhin die Mietzahlungen übernehmen würde

  • Die örtliche Polizei bestätigte dass es in der Nachbarschaft, seit 2020 
 praktisch keine Einsätze mehr gibt